Eine Rippenpresse ist schmerzhaft und führt zu Atemnot!…

Die Longboard Rippenpresse

…das würden wohl die meisten Leute denken, wenn sie das Wort „Rippenpresse“ hören. Aber was man mit einer Rippenpresse wirklich machen kann und zu was sie gut ist, erfahrt ihr hier.

Der Begriff, um den es hier geht, ist nicht etwa mit einer anatomischen Anwendung oder einem Foltergerät in Verbindung zu setzen, sondern er hat etwas mit Longboards und Holzfurnier zu tun. Was für eine Rolle das Holzfurnier spielt, erkläre ich in Kürze.

Wer nicht so viel Geld für ein neues Longboard ausgeben möchte und handwerklich begabt ist, kann sich mit etwas Mühe und Fleiß selbst ein Longboard basteln. Jedoch sollte man auch hier bedenken oder sich wenigstens damit abfinden können, dass im schlimmsten Fall ein selbstgebautes Board nicht an ein Board von den Profis herankommt.

Eine Rippenpresse ist dazu da, dem Deck (das Teil des Longboards, auf dem der Fahrer steht) die gewünschte Form zu geben. Die meisten Longboards sind aus mehreren Lagen schichtverleimtem Ahornfurnier hergestellt. Dazu werden die dünnen Furniere abwechselnd in Längs- und Querrichtung aufeinander geleimt und mit der Presse in die gewünschte Form gebracht. Ist der Leim trocken, behält das Holz die von der Presse vorgegebene Form. Nach dem Lackieren des Decks und der Montage der Achsen und Rollen, ist das Longboard fertig. Wie die Herstellung eines Longboards im Detail funktioniert, beschreibe ich allerdings in Kürze in einem weiteren Artikel.

Die schon fertige Rippenpresse im Größenvergleich zu einem Landyachtz Tomahawk.

Die schon fertige Rippenpresse im Größenvergleich zu einem Landyachtz Tomahawk.

Eine Rippenpresse besteht aus mehreren Rippen (auf dem Bild sind das die senkrecht angeordneten Holzbretter). Jedes dieser Rippen repräsentiert eine eigene Stelle des nachher fertigen Decks, weshalb jede Rippe auch eine unterschiedliche Krümmung haben kann. Die Krümmung des Decks quer zur Fahrtrichtung wird „Concave“ genannt, die Krümmung längs zur Fahrtrichtung positive oder negative Vorspannung – je nachdem in welche Richtung das Deck gekrümmt ist.

Eine einzelne Rippe. Die Krümmung des Durchschnitts ist nach dem Aushärten des Leimes auf dem Deck wieder zu finden.

Eine einzelne Rippe. Die Krümmung des Durchschnitts ist nach dem Aushärten des Leimes auf dem Deck wiederzufinden.

Insgesamt wurden drei verschiedene Rippen mit unterschiedlichen Krümmungen hergestellt. Die verschiedenen Krümmungen wurden von einem Landyachtz Tomahawk kopiert und auf die einzelnen Rippen übersetzt. Außerdem ist jede einzelne Rippe mit zwei Gewindestangen auf einer massiven Bodenplatte befestigt. Je nachdem in welcher Höhe die Rippen durch die Gewindestangen angeordnet sind, kann man in gewissem Rahmen dem Deck eine positive, negative oder keine Vorspannung geben. Im Falle des Tomahawks müssten im Gegensatz zu den restlichen Rippen, die Rippen der Pockets (da wo die Füße stehen) tiefer liegen. Somit werden für die Füße Kuhlen geschaffen, wo sie besseren Halt finden.

Zum Material, das man zum Bau einer Rippenpresse benötigt:
– eine Grundplatte aus massivem Holz, 40 x 125 x 2cm
– genügend Holz für mindestens 18 Rippen á 14 x 40 x 2cm
– 12 Gewindestangen M8 á 1m (ergeben 36 Gewindestangen á 33cm)
– 144 Muttern M8 und 144 Unterlegscheiben. Je größer die Unterlegscheiben, desto besser bei weichem Holz

Das Werkzeug (im Optimalfall):
– Bandsäge (genauso gut geht es mit einer Stichsäge)
– 8mm Bohrer, am besten so lang wie möglich
– Standbohrmaschine
– Metallsäge
– Bandschleifgerät
– Schablonen für die Krümmungen
– Schlüssel zum Anziehen der Muttern
– Geduld und Geschick

Von den 18 Rippen habe ich zwei Pocket-, zwei Tail- und acht Mid-Rippen gemacht. Die eingescannten Schablonen sind ganz unten im Artikel zu finden. Die nachfolgende Fotogalerie verdeutlicht das Vorgehen beim Bau der Rippenpresse:

Als letztes sind hier die drei Schablonen für die Krümmungen der verschiedenen Rippen zu finden. Sie sind als Anhaltspunkt für andere Rippenpressen-Bauprojekte vielleicht nicht schlecht und müssen gegebenenfalls angepasst werden:

Die Schablone für die Krümmung der Pockets.

Die Schablone für die Krümmung der Pockets.

TailMidSchablonen

Die Schablonen für die Krümmungen der Mitte (Mid) und des Endstückes (Tail).

Veröffentlicht am April 15, 2013 in Freizeit, Longboard Rippenpresse und mit , , , , , , getaggt. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink. 2 Kommentare.

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